Heizungsmodernisierung – wie können Daten bei der Planung klimaschonender Heizsysteme helfen?

Posted on 22. September 2020 by Henri Dziomba in Energieeffizienz, Gebäudeleittechnik, Heizsysteme

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Die Modernisierung von Heizungsanlagen in Gewerbegebäuden folgt seit geraumer Zeit dem gleichen Schema: Wenn die alten Öl- oder Niedertemperaturheizkessel kurz vor dem Zusammenbruch stehen, wird ein Planungsbüro mit der Ausschreibung einer neuen Anlage, idealerweise einer möglichst klimaschonenden, beauftragt.  

Der Planer hat bei der Auslegung der Neuanlage allerdings typischerweise mit einigen „Herausforderungen“ zu kämpfen:  

  • Die ursprüngliche Heizlastberechnung ist nicht mehr auffindbar 
  • Es gibt keinerlei weitere Dokumentation über den Wärmebedarf des Gebäudes
  • Energetische Maßnahmen wie die Dämmung der Gebäudehülle und die Auswirkungen auf den Wärmebedarf wurden nicht nachverfolgt 
  • Es gibt keinerlei Messdaten über Erdgas-, Erdöl- oder Wärmeverbräuche oder gar Temperaturen und Drücke aus dem Anlagenbetrieb  

Der Planer hat vor dem Hintergrund dieser Probleme häufig keine andere Wahl als mit überschlägigen Berechnungen zu arbeitenDer Fehlanreiz in Bezug auf den Klimaschutz ist hier offensichtlich: Klimaschonende Heizsysteme, bspw. mit Wärmepumpen oder solarthermischen Anlagen, sind Stand heute deutlich komplexer und dementsprechend anspruchsvoller zu planen. Entscheidet der Planer sich jedoch auf Basis von theoretischen Berechnungen für eine effiziente, korrekt dimensionierte und technisch anspruchsvolle Anlage, geht er ein beträchtliches Risiko ein 

  • Probleme im Anlagenbetrieb oder gar eine Unterdimensionierung werden ihm angelastet, im schlimmsten Falle drohen Schadensersatzforderungen
  • Andersherum wird ihm ein hoher Ressourcenverbrauch im Betrieb der Anlage nicht angelastet werden

Also wird der Weg des kleinsten Widerstands eingeschlagen: Die vorhandene Kesselleistung wird mit einem neuen Gaskessel 1:1 ersetztDie früher übliche Überdimensionierung um 30 Prozent wird weitergeführt und durch die immer milderen Winter noch verstärkt. Im Ergebnis stehen Kessel mit riesiger Leistung im Keller, die die gesamte Heizsaison über im ineffizienten Teillastbetrieb laufen. 

Dabei existieren mittlerweile günstige Plug-and-Play Messsysteme, die in wenigen Stunden installiert werden können und sowohl Erdgas- und Wärmeverbräuche als auch Temperaturen und Volumenströme über den Zeitverlauf aufnehmen. Mit unserer perto smartpumps Lösung bspw. kann eine umfangreiche Analyse der realen Heizsituation vorgenommen und die neue Anlage perfekt auf das Gebäude abgestimmt werden. Im Sinne einer schlanken Gebäudeleittechnik ist sogar eine Fernsteuerung der Anlagenparameter über den Webbrowser möglich. 

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 Auf Basis von echten Messdaten kann eine deutlich genauere Auslegung der neuen Anlage erfolgen

So kann nach einigen Wochen bzw. idealerweise nach der Messung einer kompletten Heizungssaison die Auslegung des neuen Systems auf der Basis von realen Erdgas-, Wärmemengen- und Temperaturwerten erfolgen, sodass das Risiko einer falschen Dimensionierung praktisch ausgeschlossen werden kann. Installation und aufschalten auf die perto IoT-Plattform sind dabei innerhalb nur eines Tages und mit minimalen Stillstandszeiten des Heizsystems durchführbar. 

Die Vorteile liegen auf der Hand:  

  • Das System braucht nicht überdimensioniert werden, aus Angst dass der Wärmebedarf nicht gedeckt werden kann. Dies spart Kosten beim Bau und im Betrieb 
  • Auch komplexere Systeme mit Wärmepumpen und solarthermischen Anlagen können sehr genau auf das thermische Verhalten des Gebäudes ausgelegt werden 
  • Im Resultat können Anlagen deutlich klimaschonender geplant werden 
  • Die Messtechnik kann auch in der neuen Anlage für ein effizientes Heizungsmonitoring genutzt werden 
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